Nach diesen Schritten läuft eine gelungene Akquisition ab

Ein Unternehmenskauf ist eine komplexe Angelegenheit. Von der Recherche passender Übernahmekandidaten bis zur Vertragsausarbeitung sind dabei nicht nur eine Reihe wirtschaftlicher Fragestellungen zu beachten, sondern auch jede Menge steuerliche und rechtliche Aspekte. Auch die Art, wie man kauft – in Form eines Share- oder Asset-Deals – entscheidet über steuerliche Vorteile für die beteiligten Parteien und kann so Einfluss auf den Kauf/-Verkaufspreis nehmen.

Gründe für einen Unternehmenskauf – so vielfältig wie die Ziele

Ebenso unterschiedlich wie die Zielkandidaten sind in der Regel auch die Gründe für einen Unternehmenskauf. Einige Unternehmer zielen mit dem Zukauf auf eine geografische Erweiterung ihres Einzugsgebiets. Andere wollen durch die Investition in fremdes Know-how und zusätzliche Kapazitäten unabhängiger von Zulieferern werden und ihre Produktpalette ausdehnen. Wieder andere zielen mit einem Unternehmenskauf auf die Übernahme von Wettbewerbern oder eine Investition in neue Märkte ab. Dementsprechend variieren auch die Kriterien für die Kandidatenauswahl. Jeder Unternehmenskäufer hat einen individuellen Zeitplan mit eigenen Kaufkriterien und -zielen, an denen er seine Kaufstrategie ausrichtet.

Jeder Unternehmenskauf ist individuell

Bei jedem Unternehmenskauf sind die Umstände anders. Das macht jede Transaktion speziell. Dennoch gibt es klare Prozesse, an denen sich die Beteiligten bei der Planung und Vorbereitung orientieren können. Sie spielen bei jedem Übergabeprozess eine Rolle. Untergliedern lässt sich der Kaufprozess dabei in fünf Phasen.

Die fünf Stufen des Unternehmenskaufs

  1. Vorbereitung
  2. Analyse/Partnerselektion
  3. Kaufverhandlungen
  4. Vertragsabschluss
  5. Integration

Phase I: Vorbereitung

In der Vorbereitungsphase geht es darum, sich über die verfolgten Ziele klar zu werden und eine Akquisitionsstrategie festzulegen. Soll der Neuerwerb zum Beispiel der Marktdurchdringung dienen oder soll das Produkt-/Dienstleistungsportfolio durch den Zukauf diversifiziert werden? Stehen Ziel und Strategie fest, geht es an die finanzielle Rahmensetzung für das Projekt. Hilfreich ist den Erfahrungen der axanta zufolge außerdem die Definition eines genauen Aktions- und Zeitplans für den Kaufprozess. Darauf folgen eine erste Branchenanalyse und die Ermittlung potenzieller Übernahmekandidaten.

Phase II: Analyse

Im zweiten Schritt werden die in Phase I ermittelten, möglichen Übernahmekandidaten finanziell und strategisch bewertet. Die entscheidende Frage ist: Wer passt tatsächlich in mein Portfolio? Um den passenden Partner zu finden werden in diesem Abschnitt Informationen über die jeweiligen Betriebe ausgewertet. Anhand der mit dem Unternehmenskauf verbundenen Ziele können diese anschließend nach Passgenauigkeit geordnet werden. Im Anschluss folgt eine erste Kontaktaufnahme, in deren Rahmen die Verkaufsbereitschaft geklärt wird.

Phase III: Kaufverhandlungen

Die Kaufverhandlungen bilden den größten Komplex innerhalb des Transaktionsprozesses. In dieser Phase geht es erst richtig mit den Sondierungsgesprächen los. Zuvor wird grundsätzlich eine Vertraulichkeitserklärung unterzeichnet, um die Unternehmensinteressen zu wahren. Der Käufer bereitet in diesem Abschnitt des Kaufprozesses seine individuelle Verhandlungstaktik für den Wunschkandidaten vor. So fordert er gegebenenfalls noch fehlende Informationen zum Betrieb an, erstellt einen Geschäftsplan und lässt eine vorläufige Unternehmensbewertung für unterschiedliche Szenarien durchführen. Auch die Klärung der Finanzierung sowie das Erarbeiten eines Übernahmekonzepts fallen in die Kaufverhandlungsphase.

Zwischenstopp: Absichtserklärung
Hat der Verkäufer nach der ersten Prüfung Interesse an der weiteren Fortführung der Verhandlungen, unterschreibt er eine Absichtserklärung (LOI Letter of Intent).

Phase III: Kaufverhandlungen, die Zweite

Was nun folgt, ist eine eingehende Untersuchung des zum Verkauf stehenden Unternehmens hinsichtlich seiner Entwicklungspotenziale und Schwachstellen. Dieser Unternehmens-Check spielt eine wesentliche Rolle bei der nachgelagerten Preisgestaltung. Entscheidet sich der Käufer nun für den Erwerb, setzen die Vertragsverhandlungen ein. Ein Abschlussbericht hält dabei alle Punkte wie Marktposition und Akquisitionslogistik fest. Dauern die Verhandlungen länger an, werden die Zwischenschritte üblicherweise in einer Absichtserklärung der künftigen Vertragspartner über die Eckpunkte der Vorgehensweise vereinbart (MoU Memorandum of Understanding).

Phase IV: Vertragsabschluss

Bei Vertragsabschluss werden die ausgehandelten Vereinbarungen in trockene Tücher gebracht und ein erster Vertragsentwurf aufgesetzt. Dabei prüfen die Anwälte und Steuerberater beider Parteien den Inhalt auf steuerliche und finanzielle Aspekte sowie die juristische Richtigkeit. Schlussendlich wird der Vertrag von Käufer und Verkäufer unterzeichnet, womit der Unternehmenskauf abgeschlossen ist – zumindest formal.

Phase V: Integration

Nachdem das Unternehmen rechtmäßig in das Eigentum des neuen Besitzers übergegangen ist, muss es in die vorhandene Organisation integriert werden. Auch hierfür bedarf es einer Verfahrensweise. Soll das übernommene Unternehmen im bestehenden Betrieb aufgehen, symbiotisch mit diesem zusammenwirken oder weiterhin autonom arbeiten? Dementsprechend gilt es, eine Organisationsstruktur aufzubauen, Strukturen und Prozesse anzupassen oder das Management auszurichten, um Synergiepotenziale auszuschöpfen. Auch die Mitarbeiter müssen über die Entwicklungen und Veränderungen auf dem Laufenden gehalten und mitgenommen werden. Ferner gilt es, das Ende der Integrationsphase zu planen und die ausstehenden Aktivitäten rechtzeitig in die Linienorganisation zu übergeben.

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